5G Konferenz

Evolution, Revolution oder Disruption? Auch wenn sich die Bedeutung der Digitalisierung noch nicht abschließend bewerten lässt, ist heute bereits klar, dass Internettechnologien und in der Folge die Vernetzung von Maschinen, Anlagen und Geräten die Welt von morgen massiv beeinflussen werden.

Zielsetzung

Ingenieure und Konstrukteure von mobilen Maschinen, Anlagen und Geräten stehen vor der Herausforderung, Kommunikationstechnologien wie 5G in ihre Produkte zu integrieren. Das erfordert nicht nur Know-how der Netzwerk- und Funktechnik, gleichzeitig gilt es auch, die vielfältigen Anwendungen im Blick zu behalten. Last but not least entstehen auf diesem Wege komplexe Systeme, deren Verhalten sicher getestet und validiert werden muss – gerade 5G stellt hier mit der gestiegenen Zahl an Möglichkeiten zusätzliche Herausforderungen.

Die 5G CMM EXPO & Conference ermöglicht Produktentwicklern deswegen, sich umfassend zu Zulieferern und deren Komponenten für die Entwicklung mobiler Maschinen, Anlagen und Geräte im Allgemeinen zu informieren – einschließlich der für mobile Maschinen erforderlichen Kommunikationssysteme. An allen drei Tagen öffnet die 5G CMM Expo ihre Tore von 09:00 – 18:00 Uhr. Rund 40 Stunden Konferenzprogramm, mehr als 60 internationale Sprecher sowie 500 internationale Teilnehmer lassen keine Frage unbeantwortet.

Themenschwerpunkte

Entsprechend der Zielsetzung erhält der Besucher der 5G CMM EXPO & Conference die Chance, im Plenum vormittags Antworten auf alle Fragen der Kommunikationstechnik (insbesondere 5G inklusive der jetzt möglichen Campus-Netze) zu erhalten (horizontal)nachmittags ergänzt durch in die Tiefe gehende Technikvorträge (vertikal), die unter anderem konkrete Anwendungen und alle Aspekte der Konstruktion und Entwicklung mobiler Maschinen, Anlagen und Geräte adressieren.

Nachfolgend finden Sie eine Auflistung und detaillierte Beschreibung unserer Konferenzthemen.

Vorträge im Plenum

Systementwurf und Entwicklung mobiler Maschinen, Fahrzeuge und Geräte

5G dient vor allem der Kommunikation und Vernetzung zwischen Maschinen. Damit profitieren in erster Linie Industrie- und Produktionsanwendungen von 5G. Aber Maschinen und Roboter, die 5G beherrschen, sind zur Zeit noch Mangelware und finden ihren Einsatz zunächst in Großunternehmen. Spätestens wenn ausreichend 5G-fähige Geräte für Industrieanwendungen und fertige Lösungen für unterschiedliche Anwendungsbereiche zur Verfügung stehen, wird der Betrieb auch für mittelständische Unternehmen interessant. Wie schnell ist die technische Entwicklung? Wo liegen die Herausforderungen, Risiken aber auch Chancen? Und welche sind die neuesten Entwicklungen für autonome und teilautonome Systeme für die Industrie?

Neue Geschäftsmodelle / Eco-Systems

Mobile Maschinen, Anlagen und Geräte eröffnen in Kombination mit leistungsfähigen Netzwerktechnologien den Aufbau digital gesteuerter Eco-Systems. Dies legt die Basis für viele neue Geschäftsmodelle, die weit über den Pay-per-use-Ansatz hinausgehen. Darüber hinaus eröffnen Sensorik und Datenanalytik, mehr über die konkreten Anwendungen zu erfahren und damit das Produkt ‚mobile Maschine‘ immer besser an die jeweiligen Anforderungen anzupassen – natürlich unter Einhaltung aller Bestimmungen zum Datenschutz.

Netzwerktechnik / Campus-Netze

Campus-Netze sind eine Besonderheit, die mit der 5G-Technik Einzug hält. Nun können beispielsweise auch Unternehmen ihr ‚eigenes Netz‘ aufbauen – ein Campus-Netz (ein 5G-Netz für definierte, lokal abgegrenzte Standorte). Sie sind sinnvoll, wenn viele Maschinen miteinander vernetzt sind und autonom (oder teil-autonom) miteinander kommunizieren. Doch die Systeme ihrerseits stellen ebenfalls Anforderungen an die Kommunikationsinfrastruktur der Campus-Netze. Ist die vorhandene Software ‚upgrade-geeignet‘ oder muss neue Software installiert werden? Was spielt die Hardware dabei für eine Rolle? Und gibt es kompatible Lösungen für alle oder braucht es Individuallösungen?

Interoperabilität von Netzen und Systemen

Seit 2019 gibt es die ersten Campus-Netze für 5G. Von einer flächendeckenden Einführung sind wir aber noch weit entfernt. Autonome und teilautonome Systeme müssen zukünftig unterschiedliche Kommunikationsmöglichkeiten nutzen, von WLAN über alle Mobilfunkstandards bis hin zu 5G. Das setzt voraus, dass diese Systeme von einem Kommunikationsstandard oder Netz nahtlos in einen anderen Standard wechseln können müssen. Zudem darf die Sicherheit der Systeme und ihrer Umgebung durch kommende Releasewechsel nicht gefährdet werden.

Safety & Security

Sicherheit ist generell ein grundlegender Faktor für mobile Anwendungen. Durch die Nutzung von 5G in den vertikalen Märkten wird es zu lebens- und geschäftskritischen Anwendungen kommen. Großangriffe können von allen Seiten erfolgen, sogar aus dem eigenen Netzwerk, wenn sich bspw. ein Botnetz erst einmal installiert hat. Durch die steigende Anzahl miteinander vernetzter Maschinen, Anlagen und Geräte ergeben sich nicht nur mehr Einfallstore für Angriffe, sondern auch weitreichendere Risiken sowohl hinsichtlich der Maschinensicherheit (Safety) als auch böswilliger Angriffe (Security). Im Fokus steht, an welchem Punkt der Entwicklung wir uns befinden und vor allem die Frage, wer letztlich in der Verantwortung steht – Hersteller, Netzbetreiber und/oder Anwender.

Recht & Regulierung

Mit der Verfügbarkeit 5G-fähiger Maschinen und Anlagen stehen wir an der Schwelle zu einem Massenmarkt für autonome und teil-autonome Systeme. Dafür sind weltweite technische Standards und Normungen die Voraussetzungen. Aber auch Gesetzgebung und Politik sind gefordert. Mit den neuen Technologien und insbesondere der Nutzung autonomer Systeme im öffentlichen Raum ergeben sich rechtliche Fragen. Herausfordernde Fragen sind zweifelsohne: wer entscheidet im Ernstfall: das System oder der Betreiber des Systems? Wo stehen wir aktuell mit der Gesetzgebung, wie sieht die Zukunft aus und kann es eine international konforme „Rechtslage“ geben?

Technikvorträge (Breakout Sessions)

Autonome Mobilität

Einsteigen, Ziel angeben und entspannt während der Fahrt arbeiten oder einfach Musik hören − fast jeder kennt diese Vision der automobilen Zukunft, die nach wie vor eine Vision ist. In den Hintergrund tritt dabei, dass sich abseits des reinen Individualverkehrs zahlreiche Einsatzmöglichkeiten für autonom gesteuerte Fahrzeuge auftun − zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Allein in der betrieblichen Logistik finden künftig autonom agierende Flurförderzeuge, Lastkähne und Flugdrohnen ein breites Anwendungsfeld. Mobile Helfer erleichtern darüber hinaus den Menschen die Arbeit im Katastrophenschutz, beim Umgang mit mobilen Arbeitsmaschinen oder auch bei der Realisierung der Smart City.

Autonome mobile Arbeitsmaschinen

Straßen- und Tunnelbau oder auch die Forstwirtschaft sind ohne hochmoderne mobile Arbeitsmaschinen nicht mehr denkbar. Auf der Hand liegt, dass diese Arbeiten nur gut koordiniert zum Ziel führen − was wiederum eine gute Kommunikation erfordert. Das gilt sowohl für die Steuerung der Arbeitsprozesse selbst als auch die Koordination mit anderen Maschinen und der Infrastruktur. Die Sensorik an Bord liefert zudem eine Unmenge an Daten, mit denen sich wiederum Energie- und Ressourcenverbrauch optimieren lassen, vor allem aber die Qualität sichern und verbessern lässt. Selbstredend können dabei in einem Industrie-4.0-Szenario auch externe Randbedingungen wie etwa Wetterdaten berücksichtigt werden.

Dienstleistungslogistik

Für Onlinehändler wie Amazon ist der schnelle Weg zum Kunden oberstes Gebot. Folgerichtig testet das Unternehmen bereits die Lieferung per Drohne. Mit dem Fliegen werden zahlreiche neue, bislang unverstopfte Transportwege in der dritten Dimension erschlossen − angesichts der zum Standard gewordenen Staus auf den Straßen ein verlockender Gedanke. Folgerichtig könnten auch andere Dienstleister diesen Weg beschreiten. Auch Flüsse und Kanäle können in Verbindung mit autonom agierenden Schiffen künftig eine wichtige Rolle spielen. So ließe sich beispielsweise Berlin zu großen Teilen über den Wasserweg versorgen − die Verkehrsteilnehmer auf der Straße hätten mit Sicherheit keine Einwände.

Smart Manufacturing

Unter dem Schlagwort Industrie 4.0 arbeiten Spezialisten verschiedenster Fachrichtungen zusammen daran, kundenindividuelle Produkte bis hinab zu Losgröße 1 künftig zu den ökonomischen Bedingungen der Serienfertigung zu produzieren. Der Schlüssel dazu liegt vor allem in der Verbindung der bislang getrennten Welten der Fertigungstechnik in den Fabriken (Operational Technology − OT) und der steuernden Softwaresysteme (Information Technology − IT). Der drahtlosen Datenübertragung kommt deswegen eine hohe Bedeutung zu, insbesondere dann, wenn auch Prozesse über die Werkstore hinaus integriert und damit vernetzt werden können.

Smart City

Kommunikation ist alles − das gilt vor allem in den Megastädten der Zukunft, in denen neben dem Verkehr auch der Ver- und Entsorgung eine hohe Bedeutung zukommt. Neue Mobilitätskonzepte verbessern nicht nur die Lebensqualität, sondern sie senken auch den Energieverbrauch und den Schadstoffausstoß. Voraussetzung dafür ist die Kommunikation der einzelnen Verkehrsteilnehmer mit der Infrastruktur. Gleiches gilt für zahlreiche weitere Prozesse, die bedarfsgerechter und damit ressourcenschonender ablaufen können, wenn sich beispielsweise Energieverbrauch oder Müllmengen genauer erfassen lassen.

Smart Farming

Wir haben uns an die hohe Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln gewöhnt − doch selbstverständlich ist sie nicht. Andauernde Sommerhitze mag für viele die Lebensqualität steigern, doch die Landwirtschaft stellt sie vor große Probleme. Dass wir dennoch nicht vor leeren Regalen stehen, liegt an einer ausgeklügelten Landwirtschaft 4.0. Unter Berücksichtigung der Wetterprognosen und individuellen Wuchsbedingungen werden Nährstoffe gezielt ausgebracht, so dass die Ernte möglichst üppig ausfällt. Auch die Ernte selbst ist längst ein durchdachter Fertigungsprozess, bei dem die künftig autonom agierenden Maschinen aufeinander abgestimmt zusammenarbeiten.

Behörden und Organisationen für Sicherheitsaufgaben (BOS)

Wir alle verlassen uns darauf, dass wir im Ernstfall Hilfe erhalten. Ein Blick auf den Katastrophenschutz zeigt allerdings, dass die Helfer oft selbst ein hohes Risiko eingehen. Autonom agierende Fahrzeuge können hier eine wichtige Rolle spielen – zunächst bei der Aufklärung, folgend aber auch bei Rettungsaufgaben selbst − und damit das Risiko der Rettungskräfte senken. Das gilt sowohl für fliegende Drohnen als auch geländegängige Landfahrzeuge. Auch die Polizei kann auf diese Weise viele ihrer Aufgaben leichter und effizienter erfüllen.